Fest der Freude am Wiener Heldenplatz

Rund 7000 Besucherinnen und Besucher trotzten dem starken Gewitter, um mit den Wiener Symphonikern das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz zu feiern. Veranstaltet wurde das Fest vom Mauthausen Komitee Österreich nun schon zum  sechsten Mal und ist jenem Tag gewidmet, an dem der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich ein Ende gesetzt wurde.

Die musikalische Eröffnung fand mit dem eigens für das Fest komponiertem Stück „Hier und jetzt“des österreichischen Komponisten Kurt Schwertsik statt. Ansprachen von Willi Mernyi, dem Vorsitzenden des Mauthausen Komitees  und Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka eröffneten die Veranstaltung am Wiener Heldenplatz. Weiters kam der KZ-Überlebende und Zeitzeuge Rudolf Gelbard zu Wort.  Rudolf Gelbard wurde im Jahr 1942, im Alter von 12 Jahren, auf Grund seiner jüdischen Herkunft mit seinen Eltern ins KZ-Theresienstadt deportiert. In seinem Bericht vom Leben in Theresienstadt erzählte Gelbard von den Gräueltaten im Konzentrationslager und der Deportation. Von etwa 15.000 Kindern, die nach Theresienstadt kamen überlebten nur knapp 200 die  nationalsozialistische Terrorherrschaft. Rudolf Gelbard ist heute noch als Zeitzeuge tätig und engagiert sich  aktiv für Demokratie und Menschenrechte.

Im Zentrum des musikalischen Programms standen Werke von Leonard Bernstein, der heuer seinen100. Geburtstag gefeiert hätte. Unter anderem spielten die Wiener Symphoniker mit dem Konzertchor Wien und einem Wiener Sängerknaben als Solisten das dreiteilige Chorwerk „Chichester Psalms“, für das Bernstein hebräische Psalmtexte verarbeitete.

Ein Höhepunkt  war der gefeierte Violonist Julian Rachlin,  der im Anschluss als Solist im Zweiten und Dritten Satz aus Peter Iljitsch Tschaikowskis wunderbarem Konzert für Violine und Orchester in D-Dur in Erscheinung trat.

Zum Finale wurde das Publikum am Heldenplatz selbst Teil de Konzerts und sang gemeinsam, begleitet von den Symphonikern, Ludwig van Beethovens große Freudenhymne „Ode an die Freude“ aus der Neunten Symphonie. Geleitet wurde das diesjährige Fest vom Ersten Gastdirigenten der Wiener Symphoniker Lahav Shani, der selbst Enkel von Überlebenden des Holokaust ist.

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