„Neue Kunst jenseits der Linie“ Ausstellung im Bezirksmuseum Rudolfsheim- Fünfhaus

Am Freitag, dem 27.April 2018 konnte die Museumsleiterin Mag.Brigitte Neichl kulturinteressierte Rudolfsheimer in ihrem Bezirksmuseum zur Ausstellungseröffnung und Lesung über die Literaturgruppe „Jung Wien“ begrüßen. Anwesend war auch Prof.Dr.Wilhelm Hemecker vom Ludwig Boltzmann Institut. Die Ausstellung ist Teil eines Ensembles, das an verschiedenen Orten in Wien und Salzburg die Schriftstellergruppe „Jung Wien“ thematisiert. Sie zeigt die Entwicklung des Volkstheaters in Schwenders Colloseum und blickt auf die Episode der freien Bühne.

Einführende Worte sprach Ausstellungskurator MMag.Dr. Cornelius Mitterer, ebenfalls vom Ludwig Boltzmann Institut.

Das Cafe Griensteidl, gegründet im Jahr 1847, besuchten  ursprünglich gerne Politiker und höhere Beamte. Jahre später trafen sich dort die freisinnigen Kräfte Wiens. Bekannt wurde das Cafe aber vor allem als Treffpunkt der Schriftsteller des „Jung-Wien“. Kopf dieser Gruppe war Hermann Bahr, der von 1894-1904 die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ herausgab. Die“Kaffeehausliteraten“, zu denen unter anderen Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann und Hugo von Hofmannsthal gehörten, lehnten den Naturalismus ab und bereiteten den Weg für eine literarische Moderne, mit der Hermann Bahr sich von der Gründerzeit und dem Historismus abheben wollte.

Inzwischen hat in der Wiener Vorstadt Braunhirschengrund der aus Württenberg stammende Gastronom Carl Schwender einen Kuhstall zu einem Kaffeehaus umgebaut und damit den Grundstein zu seiner berühmten Vergnügungsstätte „Schwenders Colloseum“ gelegt. Zu den Attraktionen zählte ab 1866 auch ein eigenes Theater.

1890 wurde die Dichtergruppe „Jung Wien“ auf das Volkstheater Schwender aufmerksam. Sie wollten jenseits des Wiener Linienwalls (heute Gürtelstraße) ihre neue Kunst erproben. Mehrmals versuchte man eine Freie Bühne nach Vorbildern in Paris und Berlin zu etablieren.

Die Ausstellung widmet sich  diesen avancierten Projekten und beleuchtet künstlerische Ziele und Hürden im Bemühen um eine Form zeitgenössischer Bühnenkunst.

Den Abschluss bildete eine szenische Lesung des Museumsteams aus Carl Henop Hauswirths Naturalismus-Parodie „Klein Schreyolf“, die am Rudolfsheimer Volkstheater Premiere feierte.

 

 

 

 

 

 

 

 

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